Krätze Comeback

Längst schien sie in Deutschland ausgerottet zu sein- und dennoch erlebt die Krätze im Augenblick ein Comeback. Doch was genau ist die Krätze und warum hat sie ein Comeback erlebt?

Was genau ist die Krätze überhaupt? 

Bei der Krätze handelt es sich um eine Hautkrankheit, die vor allem von der Krätzmilbe auf den Menschen übertragen wird. Es sind vor allem die weiblichen Krätzmilben, die sich in die Haut bohren und in den Gängen Kot, sowie ihre Eier ablegen, aus denen binnen weniger Tage die Larven schlüpfen. Dabei bevorzugen die Krätzmilben vor allem Körperstellen, die sich durch dünne Haut und eine hohe Temperatur auszeichnen. Dazu zählen vor allem:

– Achseln, Bauchnabel
– Gesäß, Genitalbereich
– Handgelenke, Ellenbogen, Fingerzwischenräume
– Knie, Ohrbereich
– Bei Kindern können zudem Kopf und Nacken betroffen sein

Die Übertragung der Krätze findet vor allem dort statt, wo sehr viele Menschen aufeinandertreffen. Kindergärten, Schulen oder Altenheime, sowie Flüchtlingsunterkünfte sind solche Orte. Die Krätze wird sehr oft mit unhygienischen Zuständen in Zusammenhang gebracht, dennoch lassen sich diese Zusammenhänge nicht belegen.

Typische Symptome der Krätze 

Wenn du bei dir oder bei einem Familienangehörigen folgende Anzeichen / Symptome beobachtest, solltest du / ihr einen Arzt aufsuchen, die Krätze lässt sich vergleichsweise gut in den Griff bekommen:

– Sehr starker Juckreiz oder auch Brennen der betroffenen Haustelle
– Bläschen und/oder Pusteln oder mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die aufplatzen
– Erkennbare Milbengänge, die bräunlich-rötlich mit dem bloßen Auge zu erkennen sind
– Oft werden die Beschwerden abends im warmen Bett stärker als tagsüber

Behandlung der Krätze 

Hast du die Symptome entdeckt, so solltest du deinen Hausarzt oder einen Hautarzt aufsuchen, um den Verdacht abklären zu lassen. Meistens wird er die betroffenen Stellen mit einer Lupe genauer untersuchen, um die charakteristischen Gänge zu erkennen, die die weibliche Krätzmilbe gegraben hat. Häufig verschreibt der Arzt die Creme mit dem Wirkstoff Permethrin, dieser wirkt gezielt gegen den Befall. Diese Creme trägst du auf alle betroffenen Stellen auf. Dabei reicht es oftmals, wenn diese Creme einmal aufgetragen wird und sie etwa 8 Stunden auf der Haut verbleibt. Daher eignet sich diese Anwendung über Nacht sehr gut. Am nächsten Tag wird sie einfach abgespült. Ebenso können dir Tabletten mit dem Wirkstoff Ivermectin verschrieben werden, deren Wirkung als sehr positiv beschrieben wird. Bereits nach 8-12 Stunden bist du nach einer erfolgreichen Behandlung nicht mehr ansteckend und darfst die Arbeit/die Schule wieder besuchen.

Das Krätze Comeback 

Von einem richtigen „Comeback“ kann man eigentlich gar nicht sprechen, da die Krätze wohl nie ganz aus Deutschland verschwunden ist. Seit einigen Jahren steigt sogar die Anzahl der Erkrankungen- dies können die Krankenkassen vor allem daran feststellen, dass vermehrt Medikamente gegen Krätze verkauft /verschrieben werden. So betrug die Zahl der verschriebenen Medikamente 2017 rund 61 255, dies bedeutet einen Anstieg von über 60%. Besonders die Bundesländer NRW (als bevölkerungsreichstes Bundesland), Schleswig-Holstein, Bremen und Rheinland-Pfalz waren hier besonders betroffen. Melden musst du die Krankheit nicht, lediglich wenn öffentliche Einrichtungen wie Schulen etc. betroffen sind, muss das Gesundheitsamt informiert werden. Auch dein Hausarzt muss keine Meldung an das Gesundheitsamt abgeben. Die Gründe, die die Ausbreitung begünstigen sind vor allem die, dass es länger dauert, bis die Krankheit „Krätze“ erkannt wird. So denken viele Betroffene, dass es sich um einen herkömmlichen Ausschlag oder ein Hautekzem handelt. Dies liegt auch daran, dass die Krätzmilbe selbst „unauffälliger“ arbeitet und sich dementsprechend das typische „klinische“ Bild des Befundes ändert.